Kaffeeplausch mit Kitty in a Casket

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Kitty in a Casket ist eine Band zum Anfassen. Kurz vor ihrem Album Release Kiss & Hell, durfte ich die zwei Hauptcharaktere der Band (Kitty & Billy) zu einem Interview treffen und haben auch in alten Zeiten geschwelgt. Ich kenne die Band seit ihrer Entstehung, habe viele Meilensteine – wie zum Beispiel den ersten Plattenvertrag miterlebt und war bei vielen Konzerten zur Unterstürzung an vorderster Front. Persönlich bin ich schwer beeindruckt wie sich das Projekt Kitty in a Casket entwickelt hat.

An der kompositorischen Vielfalt ihrer fesselnden Punkrocksongs, die zwischen schroff und einfühlsam variieren, zwischen humorvoll und bitterernst, zwischen fiktiv und autobiographisch. Auch deshalb sagt Kitty Casket mit Fug und Recht: „Kiss & Hell ist unser ehrlichstes Album, es ist ein echtes Stück von uns und zeigt, wie wir sind und wie wir fühlen.“

Neben drei Alben in vier Jahren kann die Punk´n`Roll-Band eine 27 Shows umfassende Tournee durch Amerika und die Teilnahme an renommierten Festivals wie dem Wave Gotik Treffen, dem österreichischen Nova Rock sowie vielen weiteren Auftritten in Europa verzeichnen. Was Kitty in a Casket auszeichnet sind der herrlich morbide Charme ihrer Texte, die immer mit Augenzwinkern zu verstehen sind.

#1 – WIE KANN MAN SICH EINEN GANZ NORMALEN TAG BEI KITTY UND BILLY VORSTELLEN?

Kitty: An sich stehen wir sehr früh auf, also so um sechs Uhr oder sogar halb sechs. Dann geht’s vor den PC und wir beantworten alle Messages, E-mails, Kommentare. Und ich mach mir eine To Do Liste im Kopf, was wir für die Band an dem Tag zu erledigen haben.

Billy: ICH schreib die To Do Liste.

K: Ja 🙂 Billy schreibt die To Do Liste im Kopf und er rufe sie mir in Erinnerung, während ich in der Arbeit bin. Nach dem Frühstück machen wir uns gemeinsam auf den Weg zur Arbeit. Wenn es die Zeit in der Mittagspause erlaubt, werden wichtige Dinge für die Band erledigt. Auch Telefonate müssen geführt werden, schließlich ist es so kurz vorm Release wirklich stressig.

B: Die letzten drei Monate warn schon sehr anstrengend.

LIEBLINGSSERIEN: THE WALKING DEAD, BETTER CALL SAUL, IZOMBIE, BIG BANG THEORY

K: Am Abend geht’s am Dienstag immer Squash spielen und danach direkt zur Probe für zwei bis drei Stunden. Nachdem wir zu Hause angekommen sind, geht’s natürlich wieder ab vor den Computer und da machen wir eigentlich das gleiche wie in der Früh und fallen dann ins Bett. Wenn wir nicht gerade Bandprobe haben, dann schauen wir am Abend auch gern faul Serien oder drehen noch ein YouTube Video.

#2 – WIE SCHAFFT IHR ES ALLTAG (BZW. JOB) UND DIE BAND ZU VEREINBAREN, SODASS IHR KONTINUIERLICH EIN KREATIVES ALBUM NACH DEM NÄCHSTEN AUF DEN MARKT WERFEN KÖNNT?

B: Ich weiß nicht, ich glaub einfach dass wir unter Druck am besten arbeiten. Wir können ja auch gleich wieder neue Songs nach dem veröffentlichen eines Albums schreiben – tun wir aber nicht.

K: Naja, Billy du hast schon sehr früh wieder angefangen Songs zu schreiben und im Endeffekt war es dann so, dass ich dann den Stress hatte. Alles war in der letzen Sekunde und ich habs auch gemerkt weil ich erst am Tag vorm Recording den Text geschrieben habe. Und das sind die besten Texte im Stress! Manchmal kommt es auch so, dass ich Wortfetzen, die ich immer wieder aufschreibe, dann im Stress heranziehe und sozusagen ausfülle. Beim neuen Album hab ich den Song St. Tropez zwischendurch in nur 20 Minuten geschrieben, also voll cool. Man hat natürlich den Druck dass es knapp werden könnte.

B: Wir brauchen jemanden, der uns eine Deadline setzt. Wenn ich eine setze, ist das Kitty wurscht, aber wenn es wer anderer sagt, wie das Label, dann geht’s.

K: Dann ist nämlich die Motivation da, nicht wie wenn man einen Song einfach so ins Blaue schreibt. Ein Song geht, aber ein ganzes Album ohne eine Perspektive aufzunehmen, macht es für mich sehr schwierig, mich hinzusetzen. Um mich mit einem Song auseinanderzusetzen und ihn aufzunehmen, dafür brauch ich einfach eine Deadline.

#3 – WIE LANGE GEBT IHR EUCH DANN ZEIT UM EIN NEUES ALBUM AUFZUNEHMEN?

B: Ich hab im November 2014 angefangen Songs zu schreiben und alle anderen haben dann im Mai-Juni 2015 fertig aufgenommen.

K: Im Hochsommer und bei 30°C im Recording-Studio hab ich im Bikini und furchtbar grantig aufgenommen, weil es einfach so extrem heiß war.

B: Das Label wollte auch wirklich viel Vorlaufzeit haben und somit wussten wir schon im April, dass wir im Sommer fertig sein müssen, damit das Album im Februar 2016 veröffentlicht werden kann.

K: Wir wollten auch unbedingt Vinyl drucken lassen und die dauern einfach in der Fertigung etwas länger als die regulären CDs.

#4 – KIAC IN DREI WORTEN?

K: Bittersüß, morbid, energetisch.

#5 – SOCIAL MEDIA IST BESONDERS WICHTIG FÜR DIE PROMOTION, WAS IST EURE LIEBSTE PLATTFORM?

B: Hauptsächlich machen das wir beide und 90 Prozent der Arbeit davon, ist Facebook.

K: Messages beantworte immer ich und wir versuchen auch wirklich ALLES früher oder später zu beantworten.

#6 – WIE STEHT IHR ZU DEM PHÄNOMEN SNAPCHAT? HABT IHR SCHON EINEN ACCOUNT?

B: Also ich sag mal nein, was ist das?

K: Ich habs am Handy, aber ich hab mich noch nicht wirklich damit auseinandergesetzt. Die ganzen coolen Kids haben Snapchat ja schon und so werden wir das auch bald in Betrieb nehmen.

#7 – DAS ERSTE AKUSTISCHE VIDEO WURDE VOR KURZEM AUF YOUTUBE VERÖFFENTLICHT, DÜRFEN WIR UNS AUF WEITERE, SPEZIELLE VIDEOS FREUEN?

K: Ja, wir haben es vor! Wir hoffen, das wir noch viel mehr akustische Songs auf YouTube stellen, damit es so echt wie möglich wirkt. Der Faktor „echt“ ist uns da extrem wichtig, also zum Angreifen. Wir sind auf den Videos wie wir sind.

B: Mit allen Fehlern. Morgen (25.Feb) kommt übrigens das neue Video Lurking In The Dark raus!

K: Das Video ist super spannend, es ist nämlich eigentlich ein Lyric Video, das aber von der Freundin von unserem Gitarristen Todd mit Comic Zeichnungen unterlegt wurde. Die zeichnet, das ist ein Wahnsinn.

B: Es ist dann gar kein Lyric Video geworden, sondern ein richtiges. Gestern ist es erst fertig geworden und unser Label hat gleich gemeint, dass wir das sofort rausbringen müssen und morgen ist auf Orkus TV die Video Premiere.

K: Todd hat das Video geschnitten und seine Freundin hat fast 60 Zeichnungen in zwei Wochen geschaffen.

B: Wir wollten eigentlich nur ein Lyric Video und dann ist das so GEIL geworden, besser geht eigentlich kaum.

K: Im Video geht es um eine Apokalypse und die taffe Kriegerin zieht alleine gegen die Zombies.

B: Ich finde es hat auch so einen SinCity Charakter, wirklich genial.

K: Sie hat das einfach so aus dem Handgelenk geschüttelt. Todd hat vorgeschlagen, die Nicki kann ja was zeichnen und dann haben wir dieses unglaublich tolle Video bekommen.

#8 – WAS SIND EURE TOP 3 LIEDER AUS DER GESAMTEN DISKOGRAPHIE VON KIAC UND WARUM GENAU DIESE?

K: Ich glaub das ist bei uns unterschiedlich.

B: Ja weiß ich nicht, sag du mal.

K: Schwierig, also natürlich die neuen Songs hat man mehr im Kopf und auch die, die man Live spielt. Also Gone stufe ich sehr hoch ein, das ist der Akustiksong auf unserem neuen Album, weil ich einen persönlichen Bezug dazu hab. Was mir noch sehr viel Spaß macht Live ist Run Run, der hat richtig Power und auch zum Singen find ich den mega genial und natürlich Bride of the Monster. Das ist halt der Song mit dem wir unter Anführungszeichen bekannt geworden sind.

B: Ich würde auch Gone irrsinnig hoch einschätzen, ich finde auch die neue Single Sticks and Stones total geil. Von den alten Songs ist es halt schwierig, die hat man schon sehr oft gehört. Ich kann nur sagen welche mir auf Anhieb gefallen haben und das war Midnight Thrill-Ride, das hat mir total getaugt zu spielen, aber Run Run auch.

K: Es ist schwierig sich zu entscheiden, denn jeder Song ist irgendwie doch dein Baby.

B: Noch schwieriger wäre, sich zu entscheiden, welche Songs man gar nicht mehr mag.

K: Also auf unserem ersten Album, da mag ich inzwischen wenige. Anhören kann ichs nicht wirklich, beim Singen mag ich sie aber schon. Von dem ersten Album ist man einfach schon zu weit weg und die Selbstkritik zu groß.

B: Also so richtig beurteilen, welche Songs vom Songwriting her die Besten sind, kann ich erst, wenn sie von einer anderen Band gespielt werden, die ich mag.

K: Natürlich, du hast ja einen persönlichen Bezug und kannst das gar nicht objektiv beurteilen.

#9 – UND VON WELCHER BAND WÜRDET IHR EUCH EIN KITTY IN A CASKET COVER WÜNSCHEN? /FRAGE UMFORMULIERT

K: 4 Years Strong *lacht*

B: Oder Rise Against oder NOFX wär schon cool, auf jeden Fall eine Band mit Frontman.

K: Also ich glaub zu NOFX passt das nicht wirklich. Von Turbobier würd ich die Songs gerne hören, vor allem bin ich neugierig wie die englischen Lyrics bei ihm klingen!

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#10 – AUF WELCHEM FESTIVAL WOLLT IHR UNBEDINGT MAL SPIELEN?

B: Punk Rock Holiday in Slowenien.

K: Wacken oder Rock am Ring.

B: Groezrock Festival in Belgien, ich bin dann eher bei den Punk Festivals.

#11 – WIE STELLT IHR EUCH EINEN PERFEKTEN SOMMER VOR?

B: Mal frei haben und am Wochenende ab und an ein paar Festivals spielen. Keine Tour, nix zusammenhängendes.

K: Am Wochenende Konzert, aber unter der Woche frei.

B: Ja aber nicht jedes Wochenende Konzerte…

K: Doch, doch, doch…

B: Also perfekter Sommer…!? Im Juli, August jeweils zwei Wochenenden Konzerte spielen und dann den Rest in Kroatien am Strand verbringen.

K: Ja genau, am Strand oder am See. Nichts in der Großstadt wo man nur schwitzt und gutes Essen muss es auf jeden Fall geben.

B: Wir hoffen auch, dass wir diesen Sommer ein bisschen in den USA genießen können, obwohl wir auf Tour sind und irgendwie jeden Tag spielen. Aber ein bisschen Urlaub soll auch dabei sein.

#12 – WENN ES DIE ZEIT ERLAUBT, WAS IST EURE LIEBSTE FREIZEITBESCHÄFTIGUNG?

K: Sport, Squash und Freeletics. Freeletics in unterschiedlichen Zimmern, mit unterschiedlichen Workouts.

B: Oder gemeinsam.

K: Wir machen auch gerne mal nix.

B: Aber wenn wir mal nix machen, dann denken wir uns auch na toll, heute ist irgendwie nix weiter gegangen. *lacht*

K: Das soziale Leben spielt sich bei uns eher in der Arbeit ab. Da sind unsere Freunde halt schon ein bisschen arm mit uns.

#13 – WO SEHT IHR EUCH UND KIAC IN 10 JAHREN?

K: Das hängt jetzt vom Erfolg des neuen Albums ab. Wir sagen uns ja immer wenn wir recorden, das ist das letzte Album das wir machen. Jedes mal, weil es so anstrengend ist.

B: Und weil wir wollen das wir so viel Energie beim Aufnehmen reinstecken, als ob es wirklich das letzte Album wäre und wir somit unser bestes geben. Bis jetzt war es schließlich nie das Letzte, aber es hilft uns irgendwie.

K: Aber wer weiß, wie sich die Prioritäten verschieben, wir hoffen jedenfalls das jetzt ordentlich was weiter geht. Seit fast vier Jahren sind wir zu fünft mit dem Todd, unserem zweiten Gitarristen, und das macht halt ordentlich was her, weil der Sound einfach fetter wird.

Wer jetzt Lust bekommen hat auf ein Konzert von Kitty in a Casket hat Glück, denn am Samstag 5. März (Einlass: 20:00) spielen sie im Wiener Viper Room (Landstraßer Hauptstr. 38,1030 Wien).

Fotos © Kitty in a Casket

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