Pinsel Tipps
BEAUTY TALK mit Silvi

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Wie ich schon anklingen ließ, gibt´s ab heute ein NEUES monatliches Beauty Format, mit Silvienna Makeup Artist. Warum Wärme nicht immer der Feind des Makeups ist, welche Pinsel die besten der Welt sind und welchen Beauty Guru sie beim Cannes Filmfestival getroffen hat, erzählte mir Mag. Silvia Ertl, Beauty Industrie Consultant und professionelle Visagistin. Übrigens hat sie unter anderem schon für die Marken Diesel und Campari geschminkt. *love* Im ersten Teil der Makeup Pro Tipps, dreht sich alles um Pinsel! Wenn Euch ganz bestimmte Fragen schon lange am Herzen liegen, die Ihr schon immer mal beantwortet haben wolltet, dann schreibt einfach unter diesen und natürlich auch alle folgenden Posts: Eure Gedanken, Anregungen und Wünsche!

Braucht man Pinsel unbedingt?

Viele meinen sie kommen ohne Pinsel wunderbar aus und machen alles mit den Händen – das ist vollkommen legitim… Es hängt immer davon ab welches Makup man tragen möchte. Jemand der nur eine BB Cream und etwas Wimperntusche benutzt, wird mit der Wärme der Hände perfekt zurechtkommen – die Wärme lässt Pigmente perfekt mit der Haut „verschmelzen“. Finger sind generell ein fantastisches Werkzeug – keine Frage, aber wer einmal Pinsel ausprobiert hat, wird nie wieder darauf verzichten wollen. Die Pinsel machen die Arbeit! Das Finish ist einfach viel natürlicher und man braucht weniger Makeup. Es gibt Produktgruppen wie Puderrouge oder Bronzer, die ohne Pinsel einfach nicht funktionieren.

Was ist der richtige Pinsel?

Kunsthaar ist generell eher für Cremes und Flüssiges Makeup. Echthaar eher für gepresste bzw. lose, pudrige Texturen. Es gibt aber auch Ausnahmen, wo ganze Kollektionen aus Echthaar bestehen. Es macht keinen Sinn eine teure, flüssige Grundierung mit einem Echthaarpinsel zu verblenden. Das Echthaar „schluckt“ zu viel Produkt gibt nur wenig davon wieder her. Da geht viel Geld den Abfluss runter! Im Zweifel würde ich anfangs sicher erstmal zu synthetischen Pinseln greifen – sie sind meist sanfter zur Haut und zugleich auch „cruelty free“. Die neuesten Generationen von Kusthaarpinsel haben eine unfassbare weiche Qualität erreicht. Um genauso weiche Naturhaarpinsel zu bekommen, muss man viel tiefer in die Tasche greifen, als bei Kunsthaar. Seit dem Lookbook Shooting von Silvia Gattin habe ich sogar einen neuen Liebling unter der synthetischen Pinseln, es ist dieser fingerkuppen-ähnliche Poschstyle Cream Blending Brush. Abdeckcreme und Cremelidschatten lassen sich streifenfrei und extrem dünn ausblenden!

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Was muss ich beim Kauf beachten?

Beim Kauf können schon erste Mängel erkennbar sein. Die Halterung sollte fest montiert sein, der Pinsel sollte nicht auffallend viele Haare verlieren und nicht kratzig sein. Hochwertige Naturhaarpinsel sind teuerer, weil sie aus ungeschnittenen, per Hand angeordneten Haaren bestehen, die natürliche, weiche Spitzen haben. Das ist wichtig, denn die Haut kann durch kratzige Pinselhaare beschädigt werden und Unreinheiten entwickeln. Beim Waschen sollte der Pinsel keine Farbe verlieren. Das sogenannte Bluten kommt von den schwarzgefärbten Haaren. Es ist kein richtiger Umtauschgrund, aber wenn es Euch stört, kann man sie deswegen auch zurückgeben.

Pinsel No-Go’s?

Ganz klar – Pinsel mit alten Makeup Resten! Es ist nicht nur unhygienisch sondern auch schlecht für die Haut. Schmutzige Pinsel können, wenn sie nicht regelmässig gewaschen  werden, bedingt durch durch die Fett & Feuchtigkeit der Produkte zu richtigen Bakterienschleudern werden. Ungewaschene Pinsel zu benutzen ist als ob man sein Gesicht ins Waschwasser der Vortages tauchen würde. Bei Einzelschminkberatungen mache ich oft ein Makeuptaschen-Check der Klienten und bin immer wieder erstaunt, wie wenig auf Pinselsauberkeit geachtet wird – Antipickelcremes stapeln sich aber im Bad!

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Brush guards:
benutzt man um grosse, buschige Pinsel beim Trocknen wieder in Form zu bringen.

Wie säubere ich sie richtig?

Es gibt mittlerweile eine Flut an Online Tutorials dazu. Um es kurz zu fassen: Zwischendurch kann man ein Reinigungsspray aufsprühen und den Pinsel an einem Kosmetiktuch sanft abreiben. Grundreinigen mit einem milden Reinigungmittel sollte man sie einmal pro Woche aber mindestens alle 3 Wochen – je nach Benutzung. Profis reinigen die Pinsel zwischen jedem Job. Privat muss man die Pinsel für pudrige Produkt nicht jedesmal waschen. Ausnahme sind Pinsel für flüssige und cremige Produkte. Auf Ihnen steigt die bakterielle Belastung schneller an. Solche Pinsel würde ich einmal die Woche mit Wasser und Babyshampoo sanft reinigen. Es ist leichter, wenn man zwei Foundationpinsel hat, die sich abwechseln können. So ist immer eines frisch. Als Reinigungmittel eigenen sich milde Waschgele und natürlich auch die speziellen Reiniger, man braucht sie aber nicht unbedingt. Bitte nur wenig Shampoo nehmen und dabei die Halterung samt Kleber wenn möglich nicht nass machen. Stark pigmentierte Long-Lasting-Foundations oder eingetrocknete Verschmutzungen bekomme ich mit Gallseife am Besten weg. Pinsel für cremige und flüssige Produkte reinige ich auch privat nach jeder Benutzung, da sie Keimen einen besseren Nährboden bieten als Pinsel für Puder. Mit Wasser gewaschene Pinsel trocknen sehr langsam, meist nur über Nacht.

Profitipp: Wenn ich als Visagistin mitten in der Arbeit einen Pinsel ganz schnell wieder sauber brauche „wasche“ ich ihn mit 99% Alkohol – der trocknet innerhalb von 1-2 Minuten und ist zudem gleich keimfrei. Das ist aber nur für absolute Ausnahmefälle gedacht, denn es trocknet die Pinselhaare stark aus und macht sie spröder. Den Alkohol gibt’s übrigens beim Neuber’s Enkel an der Wienzeile.

Alternative: Wenn ein Puder- oder Lidschattenpinsel ohne Waschen ganz schnell sauber werden muss, kann man ihn auch trocken „reinigen“ – man streicht damit einige male über sogenannte Stoppelschwämme. Das sind grobporige, schwarze Schwämmchen für Maskenbildner um Bartstoppeln stempelnd nachzubilden – das funktioniert erstaulich schnell und einfach!


Wie habe ich jahrelang Spass an Ihnen?

Die meisten Fehler passieren beim Waschen: man sollte Pinsel niemals im Wasser liegen lassen und nie die Metallhalterung der Haare untertauchen. Waschen sollte so schnell wir möglich ablaufen. Das Reinigungsmittel kann man im Pinsel leicht aufschäumen um die Pigmente zu lösen, dann unter fliessendem, lauwarmem Wasser abspülen, das überschüssige Wasser mit einem Handtuch ausdrücken und die Pinsel dann liegend bei Zimmertemperatur, nicht an der Heizung trocknen lassen. Ich lege sie wegen der Schwerkraft meist mit dem Kopf ein wenig schräg auf ein Handtuch. Man sollte sie auf keinen Fall mit den Haaren nach oben in einem Becher trocknen lassen, weil dabei Wasser aus den Haaren in den Kleber hineinläuft.

Wie transportiere ich Sie in der Handtasche?

Privat hat man meist nur wenige in der Handtasche, ein Puderpinsel oder ein Lippenpinsel reichen ja. Das macht die Sache einfacher, sie können einfach zusammen mit anderen Makeup Produkten transportiert werden. Die halten recht viel aus, sollten aber nicht in zu kurze Täschchen gestopft werden. Ich nehme gerne Täschchen mit Schlaufen, oder benutze einziehbare Pinsel mit Schutzkappe – sie sind handlicher!

Hast Du eine Lieblingsmarke?

Ich wusste die Frage kommt! Das ist schwer! Wenn ich mich entscheiden müsste und Geld kein Kriterium ist, würde ich spontan Tom Ford sagen – der Blush Brush ist fantastisch! Neben dem hohen Preis ist aber die Auswahl begrenzt. Sigma war ja lange Zeit eine gute Alternative zu MAC, aber Ihr Marktanteil wird von den „Neuen“ (Zoeva, Morphe, etc.) immer mehr verdrängt. Ich bin gespannt, wer aller in Zukunft noch auf den Markt drängen wird. Das tut sich viel!

Ein Paar japanische Meistermarken wie Hakuhodo bzw. Chikuhodo fehlen mir noch – sie sind als die Besten anerkannt. Sehr interessant ist die erschwingliche, synthetische Bold Metal Collection der Pixiwoo Schwestern, ein Paar davon muss ich ausprobieren. Ich habe die beiden vorletztes Jahr während dem Cannes Film Festival sogar persönlich getroffen. Sie sind nicht nur extrem erfolgreich, sondern auch unfassbar sympathisch!

Dein persönlicher Tipp?

Hochwertige Pinsel können auch aus schlechtpigmentiertem Makeup ein passables Ergebnis herausholen. Schlechte Pinsel hingegen lassen auch das teuerste Makeup schlecht aussehen – es wird fleckig, überdosiert, und ihr habt damit einfach keinen Spaß. Überlegt gut, baut Euer Kit langsam auf. Es ist eine Investition. Eure Vorlieben werden sich erst entwickeln, dann habt Ihr keine Fehlkäufe herumliegen. Aber sogar dafür gibt es ja Tauschbörsen…

Ich hoffe Euch hat der Ausflug in die Welt der Pinsel gefallen und Ihr seid auch wieder im nächsten Monat mit dabei, wenn es wieder heißt: „Beauty talk mit Silvi“!

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