Interview mit Frans Ankoné

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Dank dem Mode Talk im Kunsthaus Wien, hatte ich die unglaublich tolle Möglichkeit, Frans Ankoné persönlich kennenzulernen. Bei Earl Grey mit Milch haben Florentiner Welley, Nicole Adler und ich mit Frans Ankoné zusammen gesessen und über alte Zeiten geredet. Es war ein wunderbarer Abend und ich habe es wirklich genossen, einer solchen Persönlichkeit wie Frans lauschen zu dürfen und alle Information in mich aufzusaugen!

Lieber Frans Ankoné, könnten Sie uns bitte etwas aus der Anfangszeit Ihrer Zusammenarbeit mit Lillian Bassman erzählen ?

1989 habe ich für den italienischen Designer Romeo Gigli gearbeitet. Am Anfang war ich seine rechte Hand und verantwortlich für die Modenschau, das Casting und die ganze Art Direction. Eine gute Freundin stiftete mich an, zur New York Times zu wechseln und künftig als Fashion Editor zu arbeiten. Meine erste Antwort war natürlich „Nein, ich will nicht nach New York“. Aber nach längerer Überlegung, empfand ich es als Chance, ich wusste es wäre ein großer Sprung für meine Kariere.  Noch bei Romeo Gigli, habe ich das erste Mal überhaupt von Lillian Bassman gehört, damals kauften wir das Bild „the diver“, für unsere Fashionshow-Einladungen. In New York begann ichmich in die Arbeiten von Lillian zu vertiefen und traf sie dank einer befreundete Fashion Redakteurin. Als ich Lillian besuchte, war ich vom ersten Moment an hin und weg von ihr und allem was mit ihrer Kreativität zu tun hatte, deshalb fragte ich sie schließlich bei der Verabschiedung, ob sie es sich nicht vorstellen könnte, mit mir zu arbeiten. Sie lachte und sagte schließlich: „I haven´t worked commercial the last 30 years, no way! I´m my own boss I´m not thinking about it.“ Eine Woche später probierte ich es ein weiteres Mal, ich musste sie überzeugen! Ich kaufte einen Strauß Blumen, läutete an ihrer Tür und sagte: „Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder du schließt die Tür und ich komme nie wiederoder du lässt mich rein, wir reden und du arbeitest mit mir. Wenn du willst, komme ich auch jede Woche hierher und läute an deiner Tür.“ Lillian ließ mich natürlich hinein, das erste Shooting war in ihrem eigenen Studio aus den 50ern.

Hatten Sie auch Kontakt mit Paul Himmel?

Natürlich, Paul war ganz anders als Lillian. Lillian bekam die Aufmerksamkeit und nach zwei Büchern sagte sie, dass sie aufhören muss, um Paul zu unterstützen. 
Sie flog sogar nach Deutschland, machte das Layout selbst und das Buch von Paul wurde veröffentlicht. Paul und Lillian waren eine wirklich lange Zeit zusammen, sie trafen sich das erste Mal mit 5 Jahren und dann erst wieder mit 13. Mit 15 Jahren zogen die Zwei schließlich zusammen und das in den 30er Jahren.

Was genau haben Sie vor Romeo Gigli gemacht?

Ich absolvierte die Modeschule in Holland und danach startete ich meinen ersten Job als Textil Designer in einer amerikanischen Firma in Holland. Danach war ich als Stylist bei Peek & Cloppenburg beschäftigt und dann fragte mich eine Zeitung, ob ich nicht Lust hätte, ein erstes Shooting zu stylen. 
Danach arbeitete ich 6 – 7 Jahre bei einem Magazin als Mode Redakteur. Ich zog danach nach Deutschland, war bei der deutschen Vouge, blieb aber nicht all zu lange und dann lebte ich in Paris. Für Romeo Gigli war ich ab und zu als Freelancer beschäftigt und wurde dann von Carla Sozzani, seiner Muse, angesprochen ob ich fix für Romeo Gigli arbeiten möchte und zog nach Italien. Nach 4 – 5 Jahren ging ich nach New York, hatte aber nach wie vor mit Romeo Gigli zu tun. Bei der New York Times war ich ‘Creative Director for Fashion and Style’ für das Magazin am Sonntag. Dort blieb ich 8 – 9 Jahre, danach wohnte ich noch ein Weilchen in New York, kaufte mir aber währenddessen ein kleines Bed and Breakfast in Marrakesch und erfüllte mir damit einen Traum. 
Aber wenn ich dort war, wollte ich alleine sein und das ging natürlich nicht, somit habe ich es wieder verkauft.

Ich habe gelesen das Sie Sonderbotschafter beim Woolmark Prize sind?

Ja, aber der Woolmark Prize findet ja nur jährlich statt. 
Im Moment arbeite ich am MOAM Amsterdam. Die Idee ist es, jungen Absolventen den Einstieg in die Modebranche zu erleichtern. 
Wir hatten damit vor kurzem eine große Modenschau im Einkaufscenter HEMA. 
Die Studenten machen Projekte und präsentierten eine Schau mit 20 Outfits daraus; es war ein großer Erfolg und jetzt arbeiten wir an einem neuen Projekt. 


Herzlichen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben Frans Ankoné! 

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